Hier sind 15 Zitate von Joachim Ringelnatz (1883–1934), einem deutschen Schriftsteller:
„Wer Bücher kauft, der kauft sich Seelen.“
„Du musst in Langerweile
Es einmal ausprobieren,
Mit einer Nagelfeile
Dich zu rasieren.“
„Es lohnt sich manchmal, zu lieben,
Was kommt, nicht ist oder war.“
„Je weniger mich umgibt, desto glücklicher werde ich.“
„Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.“
„Ob wohl ein Blitz je eine Fliege traf?“
„In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh.
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.“
„Wir Menschen haben keine Schlüssel zu den tieferen Ursachen der Dinge, höchstens unvollkommene Dietriche.“
„Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern.
Meine Liebe wird mich überdauern.
Und in fremden Kleidern dir begegnen
Und dich segnen.“
„Ich habe versucht, das viele Versuchen ganz aufzugeben.“
„Die Einsamkeit ist die Treppe zum Gedankenkeller. Sie ist selbstverständlich wertlos für denjenigen, der unten nichts auf Lager hat. Wer aber sein Fässchen oder gar Fässer, Tonnen dort liegen weiß – meistens die, welche oben nur wenig verzapfen –, dem fällt es nicht schwer, die Stunden in dieser erfrischend kühlen Tiefe totzuschlagen.“
„Die Löcher sind die Hauptsache an einem Sieb.“
„Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.“
Hier sind 33 Zitate von Wilhelm Busch (1832–1908), einem deutschen Dichter und Zeichner:
„Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie.“
„Enthaltsamkeit ist das Vergnügen
An Sachen, welche wir nicht kriegen.“
„Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt.“
„Der gute Unterhalter braucht nichts Gescheites zu sagen, sondern muss was Dummes anhören können.“
„Gedanken sind nicht stets parat,
Man schreibt auch, wenn man keine hat.“
„Die Summe unsres Lebens sind die Stunden, wo wir lieben.“
„Wenn wer sich wo als Lump erwiesen,
So bringt man in der Regel diesen
Zum Zweck moralischer Erhebung
In eine andere Umgebung.“
„Manche Wahrheiten sollen nicht gesagt werden, manche brauchen nicht, manche müssen es.“
„Lästige Gedanken – zudringliche Stechmücken.“
„Gar mancher Schwierigkeit entweicht
Man durch das hübsche Wort ‚vielleicht‘.“
„Gewisse Dinge greift man so vergeblich mit Worten an wie Geister mit Waffen.“
„Scheint dir auch das Leben rau,
Sei still und zage nicht;
Die Zeit, die alte Bügelfrau,
Macht alles wieder schlicht.“
„Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.“
„Kaum hat mal einer ein bissel was,
Gleich gibt es welche, die ärgert das.“
„Mancher ertrinkt lieber, als dass er um Hilfe ruft.“
„Die Freude flieht auf allen Wegen;
Der Ärger kommt uns gern entgegen.“
„So geht es nun mal auf der Reise hienieden. Einer nach dem andern steigt aus, und der Zug saust weiter, bis die Station kommt, wo man selber aussteigen muss.“
„Das Zahnweh, subjektiv genommen,
Ist ohne Zweifel unwillkommen.“
„Zu viel und zu wenig Vertrauen sind Nachbarskinder.“
„Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich;
So hab’ ich erstens den Gewinn,
Dass ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp’ ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff’ ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Dass ich ein ganz famoses Haus.“
„Opportunist = Jenachdemer.“
„Viel besser als ein guter Wille
Wirkt manchmal eine gute Pille.“
„Kein altes Übel ist so groß, dass es nicht von einem neuen übertroffen werden könnte.“
„Aber hier, wie überhaupt,
Kommt es anders, als man glaubt.“
„Man verspürt Weltschmerz, wenn man sieht, wie die Bildnerin Natur auch ihre besten Arbeiten in den großen Tonkübel zurückschmeißt und sie einstampft mit den anderen.“
„Je älter man wird, je hastiger tritt sie einem auf die Hacken, die Zeit, die sogenannte.“
„Ich nahm die Wahrheit mal aufs Korn
Und auch die Lügenfinten.
Die Lüge machte sich gut von vorn,
Die Wahrheit mehr von hinten.“
„Wer längst Vergangenes in der Gegenwart aufsuchen möchte, setzt sich meist einer großen Enttäuschung aus.“
„Stets findet Überraschung statt
Da, wo man’s nicht erwartet hat.“
„Bemüh dich nur und sei hübsch froh,
Der Ärger kommt schon sowieso.“
„Nur in der Tiefe der Seele, mit Hilfe jener Kraft, die stärker ist als alle Vernünftigkeit, kann Trost und Ruhe gefunden werden.“
„Gehabte Schmerzen, die hab’ ich gern.“
„Das Gute – dieser Satz steht fest –
Ist stets das Böse, was man lässt!“
Hier sind 11 Zitate aus dem „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944):
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
„Alle großen Leute waren früher Kinder. (Aber nur wenige von ihnen erinnern sich noch daran.)“
„Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, fange ich um drei Uhr an, mich zu freuen. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr freue ich mich.“
„Erwachsene verstehen nie etwas von selbst und für Kinder ist es ermüdend, ihnen immer wieder alles erklären zu müssen.“
„‚Was der Wüste ihre Schönheit verleiht‘, sagte der kleine Prinz, ‚ist, dass sich darin irgendwo ein Brunnen versteckt …‘“
„Wenn du nachts den Himmel betrachtest, wird es für dich sein, als würden alle Sterne lachen, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!“
„Es ist viel schwerer, über sich selbst zu richten als über andere.“
„Erwachsene lieben Zahlen. Wenn man ihnen von einem neuen Freund erzählt, fragen sie nie nach dem Wesentlichen. Sie fragen nie: ‚Wie klingt seine Stimme? Welche Spiele mag er am liebsten? Sammelt er Schmetterlinge?‘ Sondern sie fragen: ‚Wie alt ist er? Wie viele Brüder hat er? Wie viel wiegt er? Wie viel verdient sein Vater?‘ Erst dann glauben sie, ihn zu kennen.“
„Kinder müssen mit Erwachsenen sehr nachsichtig sein.“
„Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen alles fertig bei den Händlern. Aber da es keine Händler für Freunde gibt, haben die Menschen keine Freunde mehr.“
„Und wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer), wirst du froh sein, dass du meine Bekanntschaft gemacht hast. Du wirst immer mein Freund sein.“
„Selig ist, wer nichts erwartet, denn er wird nie enttäuscht werden.“ Alexander Pope
„Nicht, dass du mich belogst, sondern dass ich dir nicht mehr glaube, hat mich erschüttert.“ Friedrich Nietzsche
„Jahr, das. Ein Zeitraum von dreihundertfünfundsechzig Enttäuschungen.“ Ambrose Bierce
„Es gibt kaum eine größere Enttäuschung, als wenn du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.“ Christian Morgenstern
„Für einen weisen Menschen kann es keine völlige Enttäuschung geben, denn er macht aus ihr einen Anlass, um ein anderes Mal Erfolg zu haben.“ George Savile, Marquis of Halifax
„Selbst von denen verkannt zu werden, die man liebt, ist der Kelch der Bitterkeit und das Kreuz des Lebens.“ Henri-Frédéric Amiel
„Hoffnung ist selbst eine Art von Glück und vielleicht das größte Glück, das diese Welt bietet; aber wie alle anderen Freuden, die im Übermaß genossen werden, muss auch das Übermaß an Hoffnung durch Schmerz gebüßt werden; und Erwartungen, denen man sich unangebrachterweise hingibt, müssen in Enttäuschung enden.“ Samuel Johnson
„Männer heiraten, weil sie müde sind; Frauen, weil sie neugierig sind: Beide werden enttäuscht.“ Oscar Wilde
„Oft schlägt Erwartung fehl, und dann zumeist,
Wo sie gewissen Beistand uns verheißt;
Und wird erfüllt, wo Hoffnung längst erkaltet,
Wo Glaube schwand und die Verzweiflung waltet.“ William Shakespeare
„‚Ich habe ein verdorbenes Wesen‘, sagte er zu sich, ‚ich freue mich ungeheuerlich auf Dinge, und wenn sie kommen, bin ich immer enttäuscht.‘“ William Somerset Maugham
„Wie bitter ist es, wenn du für gute Taten eine schlechte Ernte erntest!“ Plautus
„Man verliebt sich oft nur in einen Zustand des andern, in seine Heiterkeit oder in seine Schwermut. Schwindet dieser Zustand dann, so ist damit auch der feine besondere Reiz jenes Menschen geschwunden. Daher die vielen Enttäuschungen.“ Christian Morgenstern
„Es ist gut, dass wir nicht in die Zukunft sehen können. Es gibt wenige vierzehnjährige Jungen, die sich für sich selbst mit vierzig nicht schämen würden.“ Jerome K. Jerome
„Wir können viel Enttäuschung und Bitterkeit der Seele vermeiden, wenn wir zu verstehen lernen, wie wenig für unsere Freude und unseren Frieden die Dinge nötig sind, die die Menge am meisten wünscht und sucht.“ John Lancaster Spalding
„Jedenfalls trifft der Schmerz über einen vereitelten Wunsch uns dann weniger herb, wenn wir nicht ganz sicher mit Erfolg gerechnet haben.“ Seneca
„Es kann keine tiefe Enttäuschung geben, wo es keine tiefe Liebe gibt.“ Martin Luther King Jr.
„Nein! Das Leben hat mich nicht enttäuscht! Von Jahr zu Jahr finde ich es vielmehr wahrer, begehrenswerter und geheimnisvoller, – von jenem Tage an, wo der große Befreier über mich kam, jener Gedanke, dass das Leben ein Experiment des Erkennenden sein dürfte – und nicht eine Pflicht, nicht ein Verhängnis, nicht eine Betrügerei!“ Friedrich Nietzsche
„Ich möchte, dass du dich frühzeitig auf Enttäuschungen vorbereitest, die in dem Maße schwer sind, in dem sie überraschend sind.“ Lady Mary Wortley Montagu
„Es ist schlimm, erst dann zu merken, dass man keine Freunde habe, wenn man wirklich Freunde nötig hat, und es nicht mehr Zeit ist, falsche und unechte Freunde durch treue und standhafte auszutauschen.“ Plutarch
„Auch eine Enttäuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt vorwärts, und die mit der Resignation verbundenen Opfer würden reichlich aufgewogen werden durch den Gewinn an Schätzen neuer Erkenntnis.“ Max Planck
„Auf dieser Welt gibt es nur zwei Tragödien. Die eine ist, nicht zu bekommen, was man will, und die andere ist, es zu bekommen.“ Oscar Wilde
„In zwanzig Jahren wirst du mehr über die Dinge enttäuscht sein, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also mach die Leinen los. Segle fort vom sicheren Hafen. Fang die Passatwinde in deinen Segeln ein. Erkunde. Träume. Entdecke.“ Sarah Frances Brown
Hier sind 22 Zitate von Albert Einstein (1879–1955), einem deutschsprachigen Physiker:
„Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“
„Ein glücklicher Mensch ist zu zufrieden mit der Gegenwart, um viel an die Zukunft zu denken.“
„Mach dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten in der Mathematik; ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“
„Wissen gibt es in zwei Formen – leblos, in Büchern gelagert, und lebendig im Bewusstsein der Menschen. Die zweite Form des Daseins ist letzten Endes die wesentliche; die erste, wie unverzichtbar sie auch sein mag, nimmt nur eine nachrangige Stellung ein.“
„Fantasie ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt. Fantasie umfasst die Welt.“
„Zu wahrer menschlicher Größe gibt es nur einen Weg – den durch die Schule des Leidens.“
„Solche Menschen wie wir beide sterben zwar alle, aber sie werden nicht alt, solange sie leben. Ich meine damit, sie stehen immer noch neugierig wie Kinder vor dem großen Rätsel, in das wir mitten hineingesetzt sind.“
„Nur ein für andere gelebtes Leben ist lebenswert.“
„Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild sein, wenn’s nicht anders geht, ein abschreckendes.“
„In der Jugend erscheint jede Person und jede Begebenheit einzigartig und nur einmalig. Im Alter wird man sich der Wiederkehr ähnlicher Begebenheiten stärker bewusst. Später ist man seltener entzückt und erstaunt, aber auch seltener enttäuscht als in jungen Jahren.“
„Wer es in kleinen Dingen mit der Wahrheit nicht ernst nimmt, dem kann man auch in großen Dingen nicht vertrauen.“
„Ich denke nie an die Zukunft. Sie kommt früh genug.“
„Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.“
„Zur Strafe für meine Autoritätsverachtung hat mich das Schicksal selbst zu einer Autorität gemacht.“
„Beim Menschen ist es wie beim Velo. Nur wenn er fährt, kann er bequem die Balance halten.“
„Es gibt doch etwas Ewiges, das der Hand des Schicksals und aller menschlichen Verblendung entrückt ist. Und diese ewigen Dinge stehen dem älteren Menschen näher als dem zwischen Furcht und Hoffnung pendelnden jüngeren Menschen.“
„Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“
„Mit den guten Taten ist es wie mit den guten Gedichten. Man spürt es kräftig, kann es aber nur ganz unvollkommen rational erfassen.“
„Alle Wissenschaft ist nur eine Verfeinerung des Denkens des Alltags.“
„Unser Handeln sei getragen von dem stets lebendigen Bewusstsein, dass die Menschen in ihrem Denken, Fühlen und Tun nicht frei sind; sondern ebenso kausal gebunden wie die Gestirne in ihren Bewegungen.“
„Für uns gläubige Physiker hat die Scheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion.“
„Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit.“
Hier sind 25 Stoizismus-Zitate der Philosophen Seneca, Epiktet und Marc Aurel:
„Denke nicht an das, was dir fehlt, sondern an das, was jetzt noch für dich da ist.“ Marc Aurel
„Nutze jede Stunde; wenn du das Heute wahrnimmst, wirst du weniger vom Morgen abhängen; indem man das Leben aufschiebt, eilt es von dannen.“ Seneca
„Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen und Urteile über die Dinge.“ Epiktet
„Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen: Er steht fest und dämpft die Wut der ihn umbrausenden Wogen.“ Marc Aurel
„Feuer erprobt das Gold, die Not einen tüchtigen Mann.“ Seneca
„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“ Seneca
„Arbeite an deinem Innern. Da ist die Quelle des Guten, eine unversiegbare Quelle, wenn du nur immer nachgräbst.“ Marc Aurel
„Wenn du etwas Bestimmtes tust in der Überzeugung, dass es getan werden müsse, so scheue dich niemals, dabei gesehen zu werden, auch wenn die große Menge wahrscheinlich darüber die Nase rümpft. Denn wenn das, was du vorhast, Unrecht ist, so lass es überhaupt sein; handelst du aber recht, was fürchtest du dann die Leute, die dich zu Unrecht tadeln werden?“ Epiktet
„Häufiger leiden wir in der Vorstellung als in der Wirklichkeit.“ Seneca
„Lebe nicht, wie wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest. Der Tod schwebt über dir! Solange du noch lebst, solange es noch Tag, sei gut!“ Marc Aurel
„Kein anderer wird dir schaden, wenn du es nicht willst. Dann aber wirst du geschädigt sein, wenn du annimmst, dass du geschädigt wirst.“ Epiktet
„‚Ich halte dich für unglücklich, weil du nie Unglück hattest; du bist ohne Kampf durchs Leben gegangen; niemand weiß, was du hättest leisten können, nicht einmal du selbst.‘ Um sich selbst kennenzulernen, bedarf es der Proben; niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht.“ Seneca
„Es gibt für den Menschen keine geräuschlosere und ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigene Seele.“ Marc Aurel
„Gehe so mit dem Schwächeren um, wie du möchtest, dass der Stärkere mit dir umgeht.“ Seneca
„Ein Ungebildeter verrät sich dadurch, dass er andern Vorwürfe macht, wenn es ihm schlecht geht; ein Anfänger in der philosophischen Bildung macht sich selbst Vorwürfe; der gründlich Gebildete schiebt die Schuld weder auf einen andern noch auf sich selbst.“ Epiktet
„Jedenfalls leidet der mehr als nötig, wer schon leidet, bevor es nötig ist.“ Seneca
„Liebe das, was dir widerfährt und zugemessen ist; denn was könnte dir angemessener sein?“ Marc Aurel
„Sich selbst zu beherrschen, das ist die bedeutendste Herrschaft.“ Seneca
„Über das eine gebieten wir, über das andere nicht.
Wir gebieten über unser Begreifen, unsern Antrieb zum Handeln, unser Begehren und Meiden, und, mit einem Wort, über alles, was von uns ausgeht; nicht gebieten wir über unsern Körper, unsern Besitz, unser Ansehen, unsere Machtstellung, und, mit einem Wort über alles, was nicht von uns ausgeht.
Worüber wir gebieten, ist von Natur aus frei, kann nicht gehindert oder gehemmt werden; worüber wir aber nicht gebieten, ist kraftlos, abhängig, kann gehindert werden und steht unter fremdem Einfluss.
Denk also daran: Wenn du das von Natur aus Abhängige für frei hältst und das Fremde für dein eigen, so wird man deine Pläne durchkreuzen und du wirst klagen, die Fassung verlieren und mit Gott und der Welt hadern; hältst du aber nur das für dein Eigentum, was wirklich dir gehört, das Fremde hingegen, wie es tatsächlich ist, für fremd, dann wird niemand dich je nötigen, niemand dich hindern, du wirst niemanden schelten, niemandem die Schuld geben, nie etwas wider Willen tun, du wirst keinen Feind haben, niemand wird dir schaden, denn du kannst überhaupt keinen Schaden erleiden.“ Epiktet
„Nie wird der glücklich sein, den es quält, wenn ein anderer glücklicher ist.“ Seneca
„Oft habe ich mich darüber gewundert, wie es möglich ist, dass der Mensch, der sich doch mehr liebt als alle anderen, dennoch seinem eigenen Urteile über sich geringeren Wert beilegt als dem Urteile anderer.“ Marc Aurel
„Sage nie von einer Sache: ‚Ich habe sie verloren‘, sondern: ‚Ich habe sie zurückgegeben.‘“ Epiktet
„Du brauchst über dies oder das keine Meinung zu haben und kannst so deiner Seele alle Unruhe ersparen.“ Marc Aurel
„Wir haben nicht zu wenig Zeit; wir vergeuden zu viel.“ Seneca
„Verlange nicht, dass das, was geschieht, so geschieht, wie du es wünschst, sondern wünsche, dass es so geschieht, wie es geschieht, und dein Leben wird heiter dahinströmen.“ Epiktet
Hier sind 22 Zitate des Buddha (563–483 v. Chr.), eines indischen Religionsstifters:
„Noch nie in dieser Welt
Hat Hass gestillt den Hass.
Nur liebende Güte stillt den Hass.“
„Jene, die den Weg der Achtsamkeit gehen,
Haften nicht an Orten, Menschen, Dingen,
Wie Schwäne erheben sie sich vom See,
Lassen Orte, Menschen, Dinge los.“
„Alle Dinge entstehen im Geist.“
„Wer unschuldigen, reinen Menschen Leid zufügt,
Auf solchen Toren fällt sein böses Tun zurück,
So wie feiner Staub, gegen den Wind geworfen,
Immer zurückgetrieben wird in das Gesicht.“
„Gesundheit ist der größte Reichtum,
Zufriedenheit ist der größte Besitz,
Zuversicht ist der beste Freund.“
„Besser, als Tausende von Kriegern
In einer Schlacht zu besiegen,
Ist es, einzig nur dein Selbst zu besiegen.“
„‚Sieh, wie er mich beschimpft und geschlagen hat,
Wie er mich niedergeworfen hat und beraubt.‘
Halte solche Gedanken fest,
Und dein Hass kommt nie zur Ruhe.
‚Sieh, wie er mich beschimpft und geschlagen hat,
Wie er mich niedergeworfen hat und beraubt.‘
Lass solche Gedanken los,
Und dein Hass kommt bald zur Ruhe.“
„Wie sich aus einem Berg von Blumen
Gar vielerlei Blumengirlanden flechten lassen,
So gestalte aus deinem Leben
Gar vielerlei gute Handlungen.“
„Hänge dein Herz an nichts,
Damit nicht Verlust dir Schmerzen bringt.“
„In eine unverletzte Hand
Wird Gift nicht eindringen und schaden.
In einen achtsam bewachten Geist
Wird Böses nicht eindringen und schaden.“
„Lasse Vergangenheit und Zukunft los,
Und auch die Gegenwart lass los.
Gehe jenseits dieser Welt,
In Herz und Geist vollkommen erlöst und frei,
So überwindest du Geburt und Verfall.“
„Sieh dich selbst in anderen,
Und töte nicht, verletze nicht.“
„Wenn du einen weisen Freund findest, einen Gefährten,
Der auf die rechte Weise lebt und der versteht,
So überwinde alle Hindernisse und wandere mit ihm,
Achtsam und mit offenem Herz und Geist.
Wenn du keinen weisen Freund findest, keinen Gefährten,
Der auf die rechte Weise lebt und der versteht,
So gehe wie ein König, der sein Königreich aufgibt,
Und wandere allein
Wie der Elefant im Dschungel.“
„Wie wenig auch immer dir gegeben wird,
Sei dankbar und schätze es wert,
Lebe rein und achtsam,
So werden dich selbst die Götter preisen.“
„Mit Sanftheit überwinde den Ärger.
Mit Güte überwinde den Hass.
Mit Großzügigkeit überwinde die Selbstsucht.
Mit Wahrhaftigkeit überwinde die Lüge.“
„Wie Unkraut ein bepflanztes Feld zerstört,
So zerstört der Hass den Menschen.“
„Wenn jemand von einer langen Reise
Wieder zurück nach Hause kommt,
Mit welch großer Freude empfangen ihn da
Seine Familie und seine Freunde.
Und wenn du von dieser Welt
In jene nächste gehst,
Mit welch großer Freude empfangen dich da,
Wie Freunde, deine guten Taten.“
„Der Sieger sät sich Hass,
Und der Besiegte leidet.
Lass Sieg und Niederlage los,
Finde das Glück des tiefen Friedens.“
„Selbst nicht, wenn es Gold regnet,
Findet das Verlangen Befriedigung.“
„Dein schlimmster Feind und jene, die dich hassen,
Vermögen dir niemals so sehr zu schaden,
Wie dein eigener Geist
Wenn du ihn auf das Unheilsame richtest.
Dein Vater, deine Mutter und jene, die dich lieben,
Vermögen dir niemals so sehr zu helfen
Wie dein eigener Geist,
Wenn du ihn auf das Heilsame richtest.“
„Frische Milch braucht Zeit zum Sauerwerden,
Unheilsames Handeln braucht Zeit zum Reifen,
So schwelen im Toren die Folgen seines Handelns,
Wie unter der Asche verborgene glühende Kohlen.“
„Wer früher übel gehandelt hat
Und dies jetzt überwindet,
Der leuchtet über diese Welt,
So wie der wolkenlose Mond.“
Hier sind 15 Zitate von Karl Valentin (1882–1948), einem deutschen Komiker:
„Die Zukunft war früher auch besser.“
„Als ich die Hebamme sah, die mich empfing, war ich sprachlos. – Ich habe diese Frau in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.“
„Wir lassen uns das nicht gefallen, Sie sind auf uns nicht angewiesen, aber wir auf Sie, das müssen Sie sich merken!“
„Zuerst wartete ich langsam, dann immer schneller und schneller.“
„Der Regen ist eine primöse Zersetzung luftähnlicher Mibrollen und Vibromen, deren Ursache bis heute noch nicht stixiert wurde. Schon in früheren Jahrhunderten wurden Versuche gemacht, Regenwasser durch Glydensäure zu zersetzen, um binocke Minilien zu erzeugen. Doch nur an der Nublition scheiterte der Versuch.“
„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“
„Geben Sie sofort, ohne sich zu besinnen, eine Expressflugpostanweisung auf, über 60, – – Mark. – Sollte binnen der Betrag in meinem Besitze nicht sein, bin ich leider gezwungen, länger zu warten, so leid mir das tut.“
„Es war gut – guter hätte es nicht sein sollen, sonst wäre es zu gut gewesen.“
„Und trotzdem ist mein Vater stolz auf mich, der mag die fetten Kinder selber nicht und grad deshalb, weil ich so mager bin, drum ‚mag er‘ mich so gern. Er sagt, ‚Vetter‘ kann ich immer noch werd’n, wenn amal mei Schwester heirat’.“
„München steht vor einer Hungersnot, die meisten Leute haben nur noch Hummermayonnaise zu essen.“
„Die Komischkeit, welche Pallenberg besitzt, soll er von seiner Muttter geerbt haben, obwohl seine Muter nicht komisch war, sondern mehr weiblich. Im letztgenannten Satze habe ich irrtümlicherweise bei dem zehnten Worte (Muttter) ein hartes t zu viel gemacht, der verehrliche Leser möchte dieses dritte harte t beim 15. Wort (Muter) dieses Satzes dazu lesen, da es hier leider fehlt.“
„Eigentlich bin ich ja froh, dass ich den Ring verloren hab, wie leicht hätt’s sein können, dass er mir einmal g’stohlen worden wär.“
„Eine Anfrage im Kreisarchiv Oberbayern, ob Gustl Waldau auch wirklich 60 Jahre alt ist, fand amtlich seine Bestätigung. Was sind aber 60 Jahre, erstens sind es nur zweimal 30 Jahre, und zweitens sind sie wie bei jedem andern jungen Greis nur vorübergehend.“
„Ja, über meinen Geburtstag weiß ich sehr wenig; – was mir halt meine selige Mutter erzählt hat. Ich persönlich kann mich nicht mehr erinnern. Das ist schon zu lange her!“
„Über kurz oder lang kann das nimmer länger so weitergehen, außerdem es dauert noch länger, dann kann man nur sagen, es braucht halt alles sei Zeit, und Zeit wär’s, dass es bald anders wird.“
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Hier sind 15 Zitate von Rumi (1207–1273), einem persischen Dichter:
„Wo die Lieb’ erwachet, stirbt das Ich, der dunkele Despot.“
„Mein Herz ist der Muschel gleich,
die Perle: des Freundes Traum.
Ich passe nicht mehr in mich –
Er füllt ganz den Herzensraum!“
„Sei demutsvoll und wachs’, o Korn, im Stillen, dass einst ein ganzes Ährenfeld du seiest.“
„O Lieb’, ich zeug’ es dir:
Ich weinte trüb wie Nacht,
Und deiner Sonne Strahl
Hat Tag mir angefacht.“
„Es tanzt dein Traumbild auf der Bühne meines Herzens.“
„Wann des Lebens Schmetterling
In der Puppe Tod erwacht,
Zeuget die geborstene
Hülle, wie ihn Schmerz befreit.
Siehe, jede Zeitgeburt
Reißt nicht ohne Schmerz sich los,
Wäre Liebe ohne Schmerz
Die Geburt der Ewigkeit?“
„Klage nicht, die weite Welt sei ein Gefängnis,
Zum Gefängnis machen sie nur deine Klagen.“
„Fehlt dir der Fuß zur Reise,
so wähle den Weg in dich selbst:
Nimm auf, dem Rubinschachte gleichend,
in dich alle Strahlen der Zeit.
Reise, o Freund, aus dir selber
und in dein eigenes Herz:
Solche Reise verwandelt das Staubkorn
in goldene Herrlichkeit.“
„Gedanken sterben im Gefühl der Liebe,
Wie Gartenblumen vor der Ros’ erbleichen.
Die Rose trägt den stillen Dorn am Herzen,
Weil nie die Schmerzen von der Liebe weichen.“
„Sei Salbe der Wunden, sei nicht wie die Lanze!“
„Moschus kocht ein Reh im Herzen,
Und das andre Galle,
Beide grasten miteinander
Auf derselben Heide.
Zwei verschiedne Würmer speisten
Von dem Blatt am Baume,
Einer spann unnütze Fäden,
Und der andre Seide.“
„Ohn’ Ausgang ist der Zauberhain der Liebe.“
„Mancher wähnt sich frei, und sieht
Nicht die Bande, die ihn schnüren.
Tragest du dein Band in Demut,
Wird es dir zu Blumenschnüren.“
„Wenn der Lenzwind der Liebe zu wehen beginnt,
Jeder Zweig, der nicht dürr ist, regt sogleich sich im Tanz.“
„Klage nicht ‚Abschied, ach, Abschied!‘,
wenn man ins Grab mich geleitet:
Ist mir doch selige Ankunft
hinter dem Vorhang bereitet!
Hast du das Sinken gesehen,
sieh auch das Auferstehen!
Schadet es denn, wenn die Sonne,
Sterne und Mond untergehen?“
„Bin ich bei dir, so schlaf ich nicht vor Freuden,
Bin ich ohn’ dich, so schlaf ich nicht vor Leiden.“